Kapitel 7
Praktische Anwendungen für den Alltag
 
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(4) Wie finde ich den Weg zum Ziel?  

Bevor unsere Anlagen entwickelt werden können, müssen sie erst einmal erkannt werden. Dies ist zunächst Aufgabe der Eltern und Lehrer, die den Ausbildungsweg entsprechend steuern können. Während der Entwicklung des dritten AWF beginnt der Mensch dann, seine Anlagen zunehmend selbst zu erkennen. Interessen und Neigungen sind die "Wegweiser".

„Probieren geht über studieren"

Das Wichtigste ist, daß der Mensch überhaupt etwas tut. Eltern, die ihren Kindern die zunächst spielerischen Möglichkeiten zum Ausarbeiten vorenthalten oder sie mit zu vielen Anregungen überfordern, behindert deren Entwicklung.

Nach dem Universal-Prinzip werden bei der Arbeit die zunächst festen Strukturen der Anlagen aufgebrochen, grobe Materie wird in feinere Medienteilchen umgewandelt. Auf diese Weise werden die höheren AWF mit Erfahrungen gefüllt. Ohne Arbeit können sich keine Erfahrungen entwickeln.

„Sich regen bringt Segen“

Zuerst geht alles noch schwer, denn die Entwicklung der Anlagen kann mit der körperlichen Entwicklung nicht Schritt halten. Besonders in der Pubertät (2. bis 3. AWF) ist Hilfe nötig. Das Fleisch ist träge, Gewohnheiten werden teilweise noch beibehalten, wenn eigene Gedanken bereits dagegen sprechen. Manchmal versucht man auch, sich selbst mit eigenen Ausreden zu manipulieren. In seelischen Bereichen spielt sinnliches Erleben hinein (die Lehrerin sah gut aus). In geistigen Bereichen wirken ausschließlich Vernetzungen zwischen feineren AWF-Clustern, dadurch entsteht die geistige Wendigkeit und Flexibilität. Höhere geistige Einsicht führt in der Regel rasch zum Erfolg.

„Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach“

Lernen und probieren ist stets mit Rückschlägen verbunden, hier gilt es anzuspornen. Nichts gelingt auf Anhieb, aber jeder Versuch bringt wertvolle Erfahrungen.

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

Später entsteht Ehrgeiz und der Drang, sich mit anderen zu messen. Erste Erfolge stellen sich ein und die keimende Liebe verleihen uns Flügel. Wir haben dann zuweilen das Gefühl abzuheben. Die Ursache liegt in der Entwicklung der AWF. Materie wird in Raum umgewandelt, alles wird leichter.

Jeder Mensch hat offenbar körperliche und geistige Eltern
Während der körperliche Organismus aufgrund von Erbanlagen heranwächst, wodurch körperliche Ähnlichkeiten mit körperlichen Eltern und Verwandten entstehen, entwickeln sich die seelischen AWF während der Embryonalentwicklung durch Wechselwirkungen des Embryo mit seinem Umfeld.

Die geistigen AWF werden bei der Geburt angezogen (Details im Kapitel 4) und enthalten ebenfalls Anlagen, die analog zum Organismus in Form von Clustern angelegt sind. Die Clusterstrukturen wurden durch die Konstellation von Sonne und Gestirnen im Zeitpunkt der Geburt geprägt. Dadurch ergeben sich die geistigen Ähnlichkeiten mit den Verhaltensmustern der geistigen Eltern (zwölf Tierkreiszeichen), die eine Deutung mittels Horoskop ermöglichen. Horoskope geben die Zeiten an, in denen bestimmte Aktivitäten durch die Anregung entsprechender Anlagen begünstigt oder erschwert werden. Bei der Auswertung eines Horoskops ist zu beachten, daß die Anregung geistiger Anlagen stets durch Wechselwirkungen mit körperlichen oder seelischen Anlagen beeinflußt werden kann, d.h. Horoskope zeigen Möglichkeiten und Chancen an, die man jedoch selbst erkennen und ausnutzen muß.

Jeder Mensch entwickelt seine Seele selbst
Allein die Seele ist individuell und entwickelt sich im Laufe des Lebens. Das griechische Wort Psyche heißt Hauch oder Atem (althochdeutsch Odem, Od geht zurück auf Odin). Als Sitz der Seele nahmen die Griechen das Zwerchfell an, später wurde das Herz als Zentrum des Seelen- und Gefühlslebens angesehen. In dieser Gegend empfinden wir Freude, Liebe Glück Erleichterung, aber auch Anspannung, Liebeskummer, Depression oder Angst. Wir deuten auf den Herzbereich, wenn wir „Ich“ zeigen. Es ist zu spüren, daß sich der Herzschlag je nach Gemütszustand ändert. Nach dem Universal-Prinzip bildet das Herz den Kern der Seele, dessen AWF im Laufe der Entwicklung entstehen. Das vierte transzendente Herz-AWF öffnet uns dann für die Allgemein-Liebe. Bei wenig Entwickelten spricht man von einem „harten Herz“, weit entwickelte haben ein „großes Herz“.

Körperlicher, seelischer und geistiger Stoffwechsel
Beim körperlichen Stoffwechsel wird die Nahrung zerlegt und dann wieder aufgebaut zu Bausteine für Wachstum und Regeneration des Körpers. Analog dazu werden beim seelischen und geistigen Stoffwechsel Eindrücke zerlegt, analysiert und als Erfahrungen in den AWF gespeichert. Und ebenso wie körperliche gibt es seelische und geistige Schmerzen. Da der materielle Körper (Kern) durch Nadis und Chakras mit den seelischen und geistigen AWF verbunden ist, wirken Schmerzen ganzheitlich (ich bekomme einen dicken Hals, mir ist das Herz schwer, das schlägt mir auf den Magen). Ein Mißerfolg oder eine Beleidigung ist mit einem groben Brocken vergleichbar, der erst verdaut (zerkleinert) werden muß. Nach dem Universal-Prinzip blockiert der grobe Brocken den Energiefluß und wirkt durch seine Gravitationskraft solange krampfbildend, bis er aufgelöst wurde. Erfolg setzt dagegen entspannende Levitationskräfte frei, das "große Problem" wird in kleine zerlegt, die verdaut werden können. Die Umwandlung von dichter Materie in leichte AWF empfinden wir auch tatsächlich als Erleichterung, verbunden mit einem Kraftzuwachs.

Chaos und Ordnung
Jede Entwicklung führt zu Ungleichgewichten. Neues, eigene Aktivitäten und die Reaktionen der Umwelt oder Veränderungen bedingen jeweils zunächst eine chaotische Übergangsphase, danach folgt eine Ordnungsphase und schließlich pendelt sich ein Gleichgewicht ein (Bild 91 ).

Durch bestimmte Lebensumstände und Veranlagung neigen wir zuweilen dazu in extreme Grenzbereiche zu verfallen, uns zurückzuziehen, zu blockieren oder hyperaktiv zu reagieren (Bild 91). Insbesondere durch die Einhaltung der natürlichen Rhythmen (Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung) wird es möglich auch nach problematischen Zeiten rasch wieder ins Gleichgewicht zu gelangen.
Eine Hilfe - Tun Sie das Gegenteil: nehmen Sie die Komplementärfarbe (bei Aufregung blau statt rot), löschen Sie Feuer mit Wasser, statt Öl hineinzugießen.

Bild 91 Die beiden Grenzen des Zyklusses innerhalb eines AWF

Echtes inneres Glück erleben wir nur nach einer erfolgreich gelösten Aufgabe, der verdienten Erfüllung eines Wunsches. Scheinbares äußeres Glück durch unverdiente materielle Geschenke hat nur kurze Zeit Bestand (Glück kann man nicht kaufen).

"Erst die Arbeit, dann das Vergnügen"

Ist aller Anfang schwer?
Womit anfangen, Vieles neu und kompliziert? Entwicklung erfolgt stets als Stufenweg, Schritt für Schritt, wie beim Fahrrad fahren-, Skilaufen lernen oder in der Schule. Nach dem Universal-Prinzip entwickeln sich die einzelnen Schichten jedes AWF Stufe für Stufe wie die Ringe eines Baumes.


„Nur was von der Pike auf gelernt wurde, sitzt wirklich“

Beginne wir mit Dingen, die einfach sind. Mit dem Tageslauf, einem regelmäßigen Spaziergang, der Konzentration auf nur einen Gedanken. Schritt für Schritt erkennen wir mehr, da die AWF nach und nach aufgefüllt werden. Nur so ist ein Wachstum in Ordnung / Harmonie möglich. Stellen wir uns vor, in einem neuen Betrieb anzufangen. Auch dort erschließt sich alles Schritt für Schritt. Alles was neu ist, ist schwierig, aber eben auch interessant.

Der Tageslauf
Schön ist es immer wieder, frühzeitig den jungen, neuen Tag zu begrüßen, ein positiver Beginn. Noch im Bett stelle ich mir den Tagesablauf mit seinen Aufgaben in rosigem Licht vor – sehe mich und meine Aufgaben für diesen Tag an und wie ich alles gut bewältige. Ich öffne nun das Fenster weit, stelle mich auf die Zehenspitzen und strecke mich. Während ich tief die frische Morgenluft ein- und ausatme, die Fäuste balle und dann die Arme langsam zur Seite senke, spreche ich zu mir selbst: „Nun habe ich ausgeschlafen und neue Kraft geschöpft – ich bin mutig und fröhlich gestimmt“. Wundervoll ist es auch, in direkten Kontakt mit der Natur zu treten und mich in Gedanken mit ihr zu verbinden, indem ich ein oder zwei kleine Runden barfuß über taunasses Gras (Zehen zuerst aufsetzen) gehe oder im Schnee meine Fußspuren zeichne. Trockenmassage (immer in Richtung Herz) sowie kurze Kaltwaschung mit etwas Apfelessig im Wasser erfrischt und vertreibt die letzte Müdigkeit. Nach einem leichten, aber vollwertigen Frühstück kann ich nun optimistisch an mein Tagwerk gehen.

Nach dem Universal-Prinzip entwickelt dieses morgendliche Ritual positive Levitationskraft in den körperlichen, seelischen und geistigen AWF. Zur Lösung von schweren Aufgaben können wir unser gesamtes Potential aktivieren, indem wir es vorab programmieren. Es ist sogar möglich, Probleme rückwirkend in der Vergangenheit aufzulösen.

Trotz der oft vollgestopften Terminpläne sollte alle zwei Stunden eine kleine Verschnaufpause oder innere Einkehr eingehalten werden (und sei es eine kurze Besinnung in „Kutscherstellung“, evtl. auch mit einer Affirmation  auf der Toilette, wenn es keine andere Möglichkeit gibt). Denn nach dem universellen Prinzip sollten alle Aktivitäten rhythmisch ausgeführt werden, um unsere Kraftreserven nicht gänzlich aufzubrauchen, denn dann "kostet" das Füllen der AWF mehr Energie.

Ideal wäre die buddhistische Dreiteilung des Tages: Arbeit oder Sport (körperlich); Hobby (musische Seelenarbeit); Lernen, Meditieren (geistig).

Bevor ich dann (nicht zu spät) zu Bett gehe, lasse ich den Tag Revue passieren. Dabei ist die positive Einstellung zu mir selbst wieder wichtig. Ich sollte nicht mehr mit mir und meinen Fehlern hadern – und vor allem nie ärgerlich oder im Streit mit dem Partner zu Bett gehen.
Eine Einschlafhilfe bietet sich, wenn ich sozusagen symbolisch meine Sorgen mit der Kleidung ablege. Ein kurzer Spaziergang wirkt auch oft Wunder. Und ich kann mir selbst klarmachen: „morgen wird alles besser – an jedem Tag ist ein neuer Anfang möglich“. Wichtig ist eine konstruktive Einstellung zu Fehlern (Sichtweise der Größe) und die Gewißheit: "Ich mache es so gut ich kann, ich lerne ständig dazu". Hilfreich kann auch eine Vorwärts- und Rückwärtsbetrachtung sein, ein Tages-, Wochen-, Jahresplan und ein wenig gesunder Egoismus (eigene Bedürfnisse zum Wohlfühlen berücksichtigen).

Weitere Helfer
Es gibt eine Menge Hilfsmittel, die bei der Entwicklung unterstützend wirken können, denn Neues kann nur erschlossen werden, wenn die in der Vergangenheit überlasteten Bereiche entspannt und verkümmerte Bereiche aktiviert werden:

Der physische Körper ist mit ca. 21 Jahren (3 X 7) erwachsen. Körperkräfte, Geschicklichkeit, Gewandtheit, Koordination und die Erfahrung mit dem Körper befinden sich auf einem hohen Stand. Schule und Berufsausbildung sind beendet und wir können unsere Möglichkeiten und Grenzen einigermaßen gut einschätzen. Grenzen erkennen wir durch Auseinandersetzung mit sich selbst, mit anderen des gleichen Geschlechts und durch die Annäherung an das andere Geschlecht. Nun ist es Zeit eine Beziehung zu begründen. Parallel beweist man sich in der Erwerbstätigkeit und bezieht eine eigene Wohnung. Die Familienplanung und Erziehung der Kinder spielt jetzt eine wichtige Rolle.

In dem Maße, in dem die Kinder selbständig werden, erhält die Partnerschaft eine neue Qualität. Gemeinsame und persönliche Interessen treten nun wieder mehr in den Vordergrund. Andererseits besteht die Gefahr, den Prozeß der Weiterentwicklung zu unterbrechen und sich im Konsum zu verlieren. Die Welt der Illusionen und Manipulationen kann jedoch schnell zur Fremdbestimmung führen. Es ist daher überaus wichtig, zu wissen, daß die seelisch-geistige Entwicklung das ganze Leben über andauert. Theoretisch können wir mit 49 Jahren weise sein, und tatsächlich stellt sich bei vielen zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr ein deutlicher Zugewinn an verwertbaren Erfahrungen ein.

Leider verpulvern viele ihre Energie in einem vom Kommerz fremdbestimmten Leben. Materieller Besitz, Machtausübung, äußere Attraktivität, Verschuldung und planloser Erwerb von möglichst vielen Dingen sind die Scheinziele, die von den Nutznießern der Wegwerfgesellschaft äußerst geschickt propagiert werden. Die Erfüllung vordergründiger Sehnsüchte und der Genuß von nur scheinbar attraktiven Freuden führt aber niemals zur Bereicherung, sondern lediglich zur Vergeudung der Energien, mit denen wir unsere Anlagen entwickeln könnten. Selbstfindung ist der einzige Weg aus der Fremdbestimmung, der uns das Glück einer gesunden Eigenentwicklung erschließt.

Hilfsmittel, wie die oben genannten, werden umso wirksamer, je mehr Erfahrung wir sammeln. Bei der Anwendung jeglicher Hilfsmitteln sollte jedoch stets der folgende Grundsatz bedacht werden:

"Im Zweifel nie!"

Was ist klüger als mein Verstand?
Im Babyalter lernen wir die Sinne gebrauchen, zuerst das Schmecken (Dinge in den Mund nehmen), das Sehen, das Begreifen (Dinge mit den Händen anfassen), später werden die Wahrnehmungen kombiniert. Wir nehmen zur Kenntnis, kommen nach Vergleich mit eigenen Erfahrungen zur Erkenntnis (verstehen mit dem Verstand), gewinnen durch die Lebenspraxis zunehmend Erfahrungen und gelangen vom Einblick zum Überblick, von der Einsicht über die Durchsicht oder Klarsicht zur Übersicht. Treffend wird auch vom "Einleuchten" gesprochen. Vertreter der konservativen Wissenschaften wissen zwar nicht, wie fühlen oder denken funktioniert, aber sie finden immer wieder interessante Details. So weiß man inzwischen, daß es im Gehirn jedesmal blitzt, wenn uns ein Zusammenhang klar wird. Blitzen heißt, wir hatten eine kleine Erleuchtung auf dem Weg zur großen Erleuchtung (eine Nervenzelle in unserem vernetzten Gehirn kann bis zu 10.000 andere aktivieren oder dämpfen). Nach dem Universal-Prinzip findet das "Blitzen" als Summe atomarer Wechselwirkungen im AWF einer Nervenzelle statt. Deren Energieniveau liegt mindestens um einen Oktavbereich höher als das der Zelle selbst. Damit erfolgte die kleine Erleuchtung im unsterblichen Bereich (Quantensprung).

Im Gehirn werden alle Anregungen kombiniert. Es gehört zum sterblichen Körper, ist aber auch die Verbindungsstelle zu den seelischen und geistigen AWF (im 2. AWF werden die Eindrücke der 5 Sinne, im 3. AWF die vom Verstand / Intellekt ausgewertet). Das 4. AWF bildet die Verbindung zwischen Körper und den geistigen AWF 5 bis 7 (im 5. AWF ist die Intelligenz angelegt).

Wir können so jede Erscheinung durch entsprechende Erfahrung in den sieben AWF in einer siebenfache "Tiefe" sehen. Dadurch wird der Unterschied zwischen einer nur oberflächlichen Betrachtung und einer tiefen Erkenntnis verständlich.

Jede Anregung, die von außen aufgenommen wird, durchläuft zuerst die geistigen und seelischen AWF und erreicht erst dann den Körper. Umgekehrt durchläuft jede Aktion, die vom Körper ausgeht, ebenfalls die seelischen und geistigen AWF. Auch wenn der Körper direkt angeregt wird, wirkt sich die Anregung über die Oktav-Koppelungen auf die entsprechenden Bereiche in den seelischen und geistigen AWF aus. Mit anderen Worten:

"Nicht die Biochemie bildet Ursache aller Stoffwechselvorgänge, sondern elektromagnetische Anregungen steuern primär alle Lebensvorgänge wie biochemische Reaktivität, Nervenreizleitung, Zellreparatur, Immunstimulation, Wachstumsregulation, aktiven Transport, biologische Rhythmen (Kapitel 6 Bild 78)."

Der beste Weg zur Erschließung der individuellen Anlagen ist die Meditation.

Konzentration
Konzentration ist die Vorstufe zur Meditation. Wir lernen hier unsere Gedanken zu ordnen, indem wir uns auf das Wichtigste konzentrieren. Wie mit einer Lupe erkennen wir dann das Wesentliche, gehen von der Oberfläche in die Tiefe, in andere Ebenen (AWF). Am Anfang werden uns andere Gedanken ablenken. Dagegen anzukämpfen hat keinen Sinn (Versuchen Sie bitte gerade jetzt nicht an den Eiffelturm zu denken!). Konzentration lernt man nur mit Gelassenheit. Wir können zu den ablenkenden Gedanken sagen: „Ihr seid jetzt unwichtig und gleichgültig“, oder wir lassen sie einfach vorüberziehen, wie Wolken. Sehr wirkungsvoll ist die Anwendung von Affirmationen und Visualisierungen. Auch die Hilfe der Bäume, der Natur können wir nutzen - nehmen wir uns einmal die Zeit, das Blatt einer Pflanze zu studieren. Schritt für Schritt wird sich so die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Durch Konzentration wird ein Großteil unserer Energie auf einen Punkt gelenkt. Dadurch wird dieser so intensiv angeregt, daß Verknüpfungen mit feineren AWF und kleine Erleuchtungen entstehen. Eine buddhistische Weisheit sagt:

„Es ist unwichtig, auf welchen Bereich Du Deine Konzentration richtest, tust Du es mit voller Hingabe, wird es Dich zur Erleuchtung führen“.

Mein Bruder Hasso hat in seinem Leben sehr viele Erfahrungen gesammelt, war zuerst Zimmermann, dann Technischer Zeichner, Photograf, schließlich Bauingenieur und nebenbei Naturschutzbeauftragter und Naturmaler. In der Lebensmitte erblindete er. Dennoch wirkte er in seinem Beruf bis zum Rentenalter weiter. Jetzt verarbeitet er frühere Erlebnisse in anderer Weise und schreibt so schöne Kurzgeschichten wie die folgende.
Lesen Sie den Text bitte langsam und stellen Sie sich den Inhalt möglichst mit allen Sinnen vor. Spüren Sie den Frühlingswind, riechen die frische Erde, hören den Gesang der Vögel und sehen den schilfgesäumten Teich.

Vorfrühling am Teich

Leichter Wind streicht über die Felder, kühlt sich noch an den Resten von Schnee. Aber über den Wintersaaten ist die Luft schon vom Jubilieren der Feldlerchen erfüllt.
Schmelzwasser fließt in unzähligen Rinnsalen zum Teich. Hier erweckt die Märzensonne eine pastellfarbene Stimmung. Noch vom silbrigen Eis umrandet, spiegelt die Wasserfläche lichtes Himmelsblau. Blassgelbes Altschilf säumt die Ufer.
Wo sich vor Tagen noch Eis erstreckte, dort geben sich Scharen von Wasservögeln ein Stelldichein. Viele rasten nur, um später weiter zu ziehen. Wenige bleiben, bereiten sich aufs Brüten vor. Bleßhühner und Stockenten gehören zu den ersten, die den Teich beleben. Laut schallt ihr Piksen und Quäken herüber.
Selten zu hörende Quirr-Laute künden von der Balz der Höckerschwäne. Jetzt behauptet der Altschwan sein Revier – vertreibt jeden Eindringling mit Drohgesten und kraftvollen Flügelschlägen. Der Revierverteidiger läßt den jüngeren Rivalen keine Ruhe, bevor sie nicht auffliegen und mit singenden Schwingen das Weite suchen. Als siegreicher Beherrscher seines Reiches kehrt der Altschwan zu seinem Weibchen zurück. In stolzer Haltung schwimmen beide aufeinander zu. Mit zurückgelegtem Hals und vorgestrecktem Kopf berühren sie sich an Brust und Schnabel. Dabei umschließt die Symmetrie der geschwungenen Linien zwischen ihnen ein Symbol, das für ihr Liebesspiel spricht.  

Hasso zeigt uns ein Beispiel, wie man die Essenz aus eigenen Erfahrungen ziehen kann, indem man diese vertieft und transformiert. Auf diese Weise wird das Erlebte verarbeitet und steht als Potential auch zur Verarbeitung ganz anderer Aufgaben zur Verfügung, unser inneres Lexikon wurde bereichert.

Meditation
setzt die Fähigkeit zur Konzentration voraus, und nachdem wir uns auf eine Sache konzentriert haben, denken wir über diese nach und gelangen dabei in tiefere Bereiche des Erkennens. Ungelöste Probleme, d.h. nicht ausgeglichene AWF, behindern die Meditation. Durch fortgesetzte Übungen werden sich allerdings bestehende Probleme lösen, wodurch "Quantensprünge" in geistige AWF möglich werden. Die Empfindungen in der Meditation übersteigen die der fünf Sinne bei weitem. Daher besteht bei jeder Stufe (AWF) die Gefahr der Anhaftung, weil man sich oft nicht vorstellen kann, daß es noch schöner wird.

Kontemplation
setzt die Fähigkeit der Meditation voraus. Indem wir all unsere Energie auf eine Sache lenken, erreichen wir das

"Eins sein mit dieser Sache".

Mit dem Grad der Erfüllung der AWF sinkt unsere Gravitationskraft und wenn alle AWF ausgeglichen sind, ist man wunschlos glücklich und hat den höchsten Grad menschlicher Entwicklung, Erkenntnis und zugleich des Empfindens erreicht. Das Bewußtsein stieg vom ich zum wir, über  Partner, Familie, Volksstamm, Volk, Menschheit, Tiere, Pflanzenwelt und Erde zur allumfassenden vernetzten Liebe, dem

"All eins sein".


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