Kapitel 5
Die Weisheit alter Hochkulturen
(3) Die Mystiker  

 

Die Mystiker erklären Naturphänomene und Entwicklungsprozesse der Evolution, den ständigen Wandel von Energien sowie energetische Seinszustände. Das Ziel ist die Verschmelzung der Einzelseele mit der jeweiligen Gottheit. Im alten Ägypten gab es keine Trennung zwischen Religion und Wissenschaft. Die Gelehrten waren Mystiker, die wußten, daß sich die verschiedenen Seins-Zustände nach kosmischen Gesetzen in stetem Wandel entwickeln.

Hermes Trismegistos, der "Dreimalige Meister" (alle drei geistigen AWF vollständig entwickelt - Bild 45) lebte um 3.000 v. Chr., gilt als Lehrer Abrahams und hat sieben kosmische Gesetze formuliert, die nach ihm als "Hermetische Gesetze" bezeichnet wurden. In Ägypten befand sich seinerzeit der Sitz der großen Loge der Mystiker. In Mysterienschulen wurden Novizen ausgebildet, die später als Hierophanten, Adepten und Meister in alle Welt auszogen und das Wissen all denen übermittelten, "die bereit waren, es zu empfangen".

"Kein Teil der okkulten (geheimen) Lehren auf der Welt ist so behütet worden, wie die Bruchstücke der hermetischen Lehren, die uns überliefert wurden." Weisen Menschen gelang es, die klassischen Lehren nahezu unverfälscht bis heute zu bewahren, indem sie diese "hermetisch abschlossen". Dieser Ausdruck bedeutet noch heute "absolut dicht, versiegelt, geheim". Die grundlegenden Wahrheiten der esoterischen Lehren aller Völker und Rassen lassen sich auf die hermetischen Gesetze zurückführen. Offenbar sind wir Menschen und die Zeit nun reif für dieses Wissen, denn die Bewahrer der Lehre gaben diese nun frei mit den Worten:

"Die Lippen der Weisheit sind verschlossen, nur nicht für die Ohren des Verständnisses."

Die folgenden Hermetischen Gesetze wurden dem "Kybalion" entnommen, das die Bewahrer der hermetischen Lehren veröffentlichten. Auch diese Gesetze bestätigen präzise das Universal-Prinzip.

1. Das Prinzip der Geistigkeit

"Das All ist Geist, das Universum ist geistig."

Geist ist der Ursprung aller nachfolgenden dichteren (geistigen, feinstofflichen und grobstofflichen) Zustandsformen. Mit dem Urknall kehrte sich die Entwicklungsrichtung um, dichte Materie entwickelt sich wieder zu Seinsformen höherer Ebenen. Unsere menschliche Entwicklungsstufe gibt uns die Möglichkeit, schöpferisch in die Evolution einzugreifen. Erfolgreich können wir sein, durch die Beachtung der Hermetischen Gesetzen.

Das All als Ursprung aller Dinge ist ein Ganzes - es ist Vater und Mutter in einem, d.h. es weist nahezu keine Polarität auf, ist beständig und altert nicht. Polarität gibt es nur in den materiellen Welten, die als Schöpfungen aus dem All hervorgehen. All diese Welten sind zyklischen Prozessen des Wandels (Werden und Vergehen) unterworfen, denn Materie altert.

Nach dem Universal-Prinzip entsprechen die verschiedenen Ebenen den AWF in den einzelnen Energieniveaus. Die Entwicklung vollzieht sich stets zwischen den Extremen Raum und Materie.

2. Das Prinzip der Entsprechung

"Wie oben, so unten; wie unten, so oben."

Die Hermetiker haben das Universum gedanklich in drei Ebenen eingeteilt: »eine rein geistige, geistige und physikalische Ebene. Maßstab für die Ebenen ist die Frequenz, die der jeweiligen Ebene zugeordnet wurde. Jede der drei "großen Ebenen" unterteilten die Hermetiker nochmals in sieben kleinere. Auf der niedrigsten Stufe erscheint die Energie in der niedrigsten Frequenz in Form von kompakter Materie, auf der höchsten in Form von kleinsten, fein verteilten Teilchen.

Jedes Ding erscheint auf den verschiedenen Ebenen in einer anderen Form und hat eine andere Frequenz. Zwischen den Erscheinungsformen der Dinge auf den verschiedenen Seins-Ebenen gibt es Harmonie und Entsprechungen. Durch Schlußfolgerung von Bekanntem auf Unbekanntes, von Sichtbarem auf Unsichtbares können wir Dinge verstehen, die sich in Ebenen jenseits unseres Vorstellungsvermögens abspielen. Auf diese Weise gelang es frühen Meistern, u.a. ohne technische Hilfsmittel zu Erkenntnissen zu gelangen, die wir heute mit Hilfe hochmoderner Technik zu erschließen beginnen:
Von Bekanntem auf Unbekanntes schließen z.B. von Proportionen eines Menschen (goldener Schnitt) ohne Fernrohr zu Abstände und Bewegungen weit entfernter Sterne und Galaxien.

Wie im Mikrokosmos, so im Makrokosmos - und umgekehrt.

Nach dem Universal-Prinzip entspricht dies den Oktavbereichen, aus denen jedes AWF besteht. Eine Oktave ist die auf eine Basis-Frequenz folgende 8. Frequenz. Das Intervall zwischen beiden Frequenzen entspricht dem harmonischen Verhältnis 1 : 2. In verschiedenen AWF stellen sich entsprechende Medienteilchen (Gebilde als Träger der Frequenz) in den veränderten Erscheinungsformen der höheren Frequenz dar, so z.B. schwingen Medienteilchen im Bereich des Schalles in einem tiefen Ton, dessen Obertöne im Infrarot-Bereich als niedrige Temperatur und im Bereich des sichtbaren Lichtes als roter Farbton. Ein schwingendes Medienteilchen kann die ihm entsprechenden in anderen AWF zur Resonanz anregen.

3. Das Prinzip der Schwingung

"Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung"

Der Unterschied zwischen den verschiedenen Zustandsformen, in denen ein Stoff in den verschiedenen Ebenen erscheint, hängt von den verschiedenen Graden der Schwingung ab. So erscheint uns z.B. Wasser je nach dem Grad seiner Schwingung als Eis, Wasser, Dampf im sichtbaren Bereich, oder es kann in unsichtbarer Form als relative Luftfeuchte gemessen werden.

Dies entspricht nach dem Universal-Prinzip der Pulsation (Frequenz) von Stoffen (Kern und AWF), die vom Grad der Anregung und dem Aggregatzustand abhängt.

4. Das Prinzip der Polarität

"Alles ist zwiefach, alles hat zwei Pole, alles hat sein Paar von Gegensätzlichkeiten; gleich und ungleich ist dasselbe; Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur verschieden im Grad; Extreme berühren sich; alle Wahrheiten sind nur halbe Wahrheiten; alle Widerstände können miteinander in Einklang gebracht werden."

Jedes Ding hat zwei Pole oder zwei gegensätzliche Aspekte, das sind seine Extremwerte. Da beide Pole zu dem Ding gehören, kann man sagen, daß die Pole identisch sind. Zahl und Wappen sind die zwei Pole einer Münze, sie sind gegensätzlich, aber sie gehören beide zur Münze. Sie berühren sich in der Mitte, daher sind sie ihrer Natur nach identisch, jede Seite ist nur die Hälfte der Münze. Die verschiedenen Grade unterscheiden sich durch die Frequenz, jede hat spiegelgleich zur Mitte ihr gleichgroßes, aber entgegengesetzt gepoltes Gegenstück.

Alle Dinge in unserer materiellen Welt haben zwei Seiten, es ist allerdings nicht immer einfach, dies zu erkennen. Wenn man die Pole oder Gegensätze oder die Grade dazwischen getrennt betrachtet, ist jeder Pol zur Hälfte falsch und zur Hälfte richtig. Zu derart unvollständigen Ergebnissen kann man auch bei (wissenschaftlichen) Untersuchungen kommen. Wahrheit ist nur zu finden, wenn man ein Objekt mit beiden Polen als Einheit erkennt. Unwissenheit ist schlecht, jedoch haben Halbwahrheiten zu weit größeren Tragödien geführt. Ein Beispiel dafür sind Konflikte, hervorgerufen von Extremisten, Radikalen oder Fundamentalisten. Als größte Zeitbombe könnte man jedoch die westliche Technik- und Wohlstandswelt betrachten, mit der wir massiv die Belange der Natur mißachten. Den Folgen polaren Ungleichgewichtes ist unsere Welt bereits ausgeliefert. Die Artenvielfalt, aus der wir uns als "Krone der Schöpfung" entwickelt haben, beginnt zu verarmen. Bedeutung hat dieses Gesetz auch bei der Beurteilung unserer Mitmenschen, oft sehen wir nur eine Seite. Ein weiser Indianer sagte einmal:

"Einen Menschen kannst Du erst dann beurteilen, wenn Du zwei Jahre lang in seinen Mokassins gelaufen bist."

Nach dem Universal-Prinzip entspricht dies den Polen von Kern und AWF, zwischen denen die beiden Hemisphären liegen, die sich im Äquator berühren.

5. Das Prinzip des Rhythmus

"Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das Maß des Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert."

Rhythmus ist in allem, im Schwung des Pendels, im Wechsel von Tag und Nacht oder Leben und Tod, im Aufstieg und Untergang von Nationen, im Entstehen und Vergehen von Sternen. Es gibt immer eine Aktion und eine Reaktion, ein Hoch und ein Niedrig, ein Steigen und ein Fallen. Das Prinzip gilt sowohl im Sichtbaren, als auch im Unsichtbaren, im steten Wechsel der geistigen, seelischen und physischen Zustände der Menschen. Wir können durch Neutralisation ungünstige Auswirkungen auf uns selbst bis zu einem gewissen Grad überwinden.

Damit setzen wir das Gesetz zwar nicht außer Kraft , aber wir können lernen, es auszunutzen. Wir können uns vorstellen, wie ein Pendel von einem bestimmten Grad des linken Poles zum gleichen Grad des rechten Poles schwingt. Wenn wir das Pendel aber vor dem Zurückschwingen nach oben in die nächst höhere Ebene ziehen, findet der Gegenausschlag auf der höheren Ebene statt. Wenn wir uns also geistig über die Dinge erheben, nehmen wir eine Beobachterrolle ein, sehen, wie das Pendel, von uns kontrolliert, ausschwingt und erkennen, welche Wirkung dadurch eintritt. Alle Menschen, die ein großes Maß an Selbstbeherrschung erreicht haben, tun dies bis zu einem gewissen Grade mehr oder weniger unbewußt. Bei bewußter willentlicher Anwendung können wir damit eine geistige Stabilität erreichen, die dem Ungeübten nicht möglich ist, weil diese durch die Lebensumstände hin- und hergerissen werden.

Dies entspricht nach dem Universal-Prinzip der lebendigen Pulsation, die infolge der Anregung eines AWF oder Kerns entsteht und den Stoffwechsel, als Grundlage für jede Entwicklung bewirkt.

6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung

"Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig, Zufall ist nur der Name für ein unbekanntes Gesetz. Es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit aber nichts entgeht dem Gesetz."

Jede Wirkung hat eine Ursache (Prinzip des Karma). Wenn wir uns keine Ursache für ein Geschehen vorstellen können, sind wir lediglich nicht in der Lage, diese zu erkennen. Die Auslösung einer Lawine kann folgende Gründe haben: ihr Schwerpunkt hat sich durch weiteren Schneefall oder -verwehung verlagert, die Temperatur hat sich erhöht, eine Schallwelle bewirkte einen Impuls. Auch jede Krankheit hat eine Ursache. Meist liegen allerdings Vernetzungen von Ursachen und Wirkungen vor, so daß die Ursachen nicht immer leicht zu finden sind. Die Chaostheorie lehrt uns, daß es oft geringste Ursachen sind, die extreme Wirkungen auslösen können. So kommt es für uns darauf an, welche Ursachen wir in unserem Leben schaffen.

"Kein Rauch ohne Feuer"

Es gibt verschiedene Ebenen von Ursache und Wirkung, die höheren beherrschen die niederen. Wir können das 6. Prinzip ausnutzen, indem wir uns geistig auf eine höhere Ebene schwingen. Durch unsere aktive Einflußnahme können wir die Dinge (in gewissem Rahmen) steuern. Damit werden wir Ursache statt Wirkung. Durch unseren Willen lernen wir immer besser, unseren Weg im Leben zu finden und zu gehen. Wir sind dann weniger anfällig für Manipulationen durch andere.

Nach dem Universal-Prinzip führt jede Veränderung der Anregung eines Objektes zu erhöhter oder verminderter Pulsation. Infolge dessen verändert sich im gleichen Maße die Resonanz bei anderen Gebilden und es kann eine Eigendynamik mit unbekannten Ausgang ausgelöst werden (Chaostheorie). Durch Ausnutzung der Prinzipien aber kann man seine Stimmungen beherrschen oder die Charakter-Eigenschaften verbessern. Selbst aktiv die Dinge (mit-)bewegen, anstatt sich passiv von anderen bewegen zu lassen. Ganz wichtig ist: Wer sich positiv verändert, setzt eine positive Ursache in die Welt, leistet einen aktiven Beitrag dazu, daß dies auch anderen gelingt.

Das gilt auch im großen Maßstab, denn auf diese Weise gelang beispielsweise die friedliche Revolution 1989 in der DDR. Die Machthaber dort waren plötzlich trotz ihrer Soldaten, Panzer, Raketen und Flugzeuge, trotz ihres "Stasi" machtlos gegen das unbewaffnete Volk. Sie hatten den Bogen überspannt (Chaostheorie). Lenin hat einmal gesagt: "Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift". Aus diesem Beispiel können wir auch lernen, daß die Kräfte auf der höheren (geistigen) Ebene viel stärker sind als die auf der niederen (materiellen). Die Esoteriker meinen, daß ein einziger positiver Gedanke wegen seiner hohen energiereichen Frequenz zehntausend negative Gedanken kompensieren kann.

7. Das Prinzip des Geschlechts

"Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Elemente, Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen."

Keine Schöpfung physischer, feinstofflicher oder reingeistiger Art ist ohne dieses Prinzip möglich. Im All offenbart sich das männliche Prinzip, indem es einen Impuls auf das weibliche Prinzip überträgt. Das weibliche Prinzip vollbringt dann den als Natur bekannten Entwicklungsprozeß eines Universums. Bei allen weiteren Vorgängen im Universum sind wiederum ständig männliche und weibliche Aspekte wirksam.

Auf der physischen Ebene drückt sich das Prinzip als Geschlechtlichkeit aus. Jedes Ding, jede Form enthält die zwei Elemente dieses Prinzips in sich. Alles Männliche besitzt auch einen Teil des weibliche Elements, jedes Weibliche besitzt auch einen Teil des männliche Elements. Der männliche Aspekt des Verstandes konzentriert seine Energie auf eine Idee und überträgt den Willen zur Umsetzung auf den weiblichen schöpferischen Teil des Gehirns. Der weibliche Teil setzt die Idee kreativ in die Welt.

Nach dem Univeral-Prinzip besteht der Unterschied zwischen beiden Geschlechtern in der entgegengesetzten Polung. Dadurch entstehen z.B. die Anziehungskräfte zwischen Menschen unterschiedlichem Geschlechtes (Kapitel 4, Abschnitt 10).

 

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