Christentum

auf dem Boden des Judentums in der Umwelt des Hellenismus entstandene Glaubensbewegung, die sich auf Jesus als ihren Stifter beruft. Gemeinsamer Glaubensinhalt aller christlichen Kirchen und Sekten: Den israelitisch-jüdischen Glauben an die Majestät, Jenseitigkeit und Unnahbarkeit Gottes erweiterte das Christentum zum Dreieinigkeitsglauben. Gott wird Mensch in Jesus von Nazareth und durchdringt als Heiliger Geist die Kirche. Zum Alten Testament trat das Neue Testament, das die Verkündigung über Leben und Lehre Jesu und über die Heilsbedeutung seines Kommens, seines Kreuzestodes und seiner Wiederkunft am Jüngsten Tag enthält. Das Christentum entstand im 1.Jahrhundert in der judenchristlichen Gemeinde in Jerusalem. V.a. durch die Missionstätigkeit des Paulus breitete es sich rasch in der hellenistischen Welt aus. Im Römischen Reich wurde es 380 Staatsreligion. In langen dogmatischen Kämpfen formte sich die christliche Lehre. 1054 kam es zur endgültigen Trennung zwischen der westlichen (römisch-katholischen) und der östlichen Kirche. Die mittelalterliche Einheit des abendländischen Christentums löste sich in der Reformation des 16.Jahrhunderts auf, die zur Entstehung eines evangelischen Christentums in unterschiedlichen kirchlichen Formen führte. Eine Annäherung der verschiedenen Bekenntnisse erstrebt die ökumenische Bewegung. Für das Christentum der Neuzeit in der westlichen Welt ist kennzeichnend, daß Christentum und Kirche nicht mehr in jedem Fall identisch sind.
Nach Bertelsmann
Electronic Publishing im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh, München 1997

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